Maya

Maya Kalender

Die Maya

Warum sollte das so genannte „Enddatum“ des Maya-Kalenders, zur Wintersonnenwende am 21./22. Dezember 2012, von besonderer Bedeutung sein?
Warum wurde dieser Zeitpunkt von den Maya als etwas derartig Ungewöhnliches angesehen, dass sie es als Abschluss ihres Kalendersystems wählten?
Wird die Welt untergehen?

Mit diesen Fragen werden wir in den kommenden Monaten, bis zum 21.Dezember 2012, immer wieder konfrontiert.
In meinen Beiträgen, der Regional Zeitung „Aletsch- Goms“ von Jan.2010 bis April 2010, versuchte ich dem Leser einen Überblick der Maya-Kultur, deren Kalender und Prophezeiungen zu geben. Es handelt sich dabei um Zusammenfassungen, verschiedener „guter“ Maya- Seiten aus dem Internet. Die wichtigsten Quellen: Maya Forscher Johann Kössner www.maya.at und www.mexiko-lexikon.de Bild www.gertomat.de
Wer sich mit den Maya noch näher befassen will, dem empfehle ich besonders die Seite von Herrn Kössner. Und nun viel Spass.

Teil 1: „Geschichte der Maya“
Die "Welt der Maya" erstreckte sich über die heutigen Bundesstaaten Mexikos Quintana Roo, Yucatan, Campeche, Tabasco und Chiapas, ganz Guatemala, ganz Belize und die westlichen Bereiche von Honduras und El Salvador. Erste Anzeichen für menschliches Leben im späteren Mayagebiet datieren auf etwa 9 000 v. Chr. In ihrer Blütezeit stellten sie eine mächtige Hochkultur dar. Man spricht zumeist von einer Maya-Kultur. Zur Zeit der Ankunft der Spanier Ende des 15. Jahrhunderts lagen die Zentren im äußersten Norden von Yucatán, während das zentrale Tiefland nur noch dünn besiedelt war. Im Gegensatz zu vielen anderen indigenen Völkern existieren die Maya noch heute und leben auf der Yucatán- Halbinsel sowie in Belize, Guatemala und Honduras.
Berühmt sind die Maya für den Anbau von Mais, ihre Mathematik und für ihren hoch entwickelten Kalender. Die mittlerweile weitgehend entzifferte Schrift, obwohl auf Bildsymbolen basierend, stellt das höchstentwickelte, zur Ankunft der Spanier das einzige, Schriftmedium in Altamerika dar.
Die Prophezeiungen der Mayas basieren auf ihrem Kalendersystem, sehr ähnlich dem, den die Chinesen in uralten Zeiten benutzt haben, den Zhou Yi (vorgeschichtliche chinesische Darstellungen, in denen die Veränderungen des Verlaufs der Natur enthüllt werden). Das System der Mayas basiert hauptsächlich auf der Erforschung der Beziehungen zwischen den Bewegungen der Himmelskörper und den entsprechenden Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft.
Eine der wichtigsten Botschaft des Maya Kalenders ist, das wir uns in einem Zyklus befinden der viel grösser ist als das individuelle Leben. Natürliche Rhythmen werden dabei nachvollzogen, wie alle Zyklen und Vorgänge unserer Natur und der Lebewesen.

Teil 2: „der Maya-Kalender“
Aus ihrem zyklischen Zeitverständnis heraus entwickelten die Maya dass, was Experten heute als komplexesten Kalender aller Zeiten ansehen. Die Maya hatten zudem ein Rechensystem, welches auf Einheiten von 1 (wie ein Finger), 5 (fünf Finger oder Zehen), und 20 (die Summe alle Finger und Zehen) basierte. Diese Einheiten wurden in ihr Kalendersystem übernommen und mit weiteren natürlichen Einheiten kombiniert, wie z.B. 28 (entspricht der Tage in einem Mondzyklus) und 13 (Mondzyklen in einem Sonnenjahr). Der Mayakalender benutzt außerdem zwei Zeitrechnungen: eine kurze, um tägliche und jährliche Zeitabläufe zu messen, und eine lange, die für sie von zusätzlicher kosmologischer und religiöser Bedeutung war.
Genau genommen besteht der „Maya-Kalender“ aus 3 Kalendern in einem. Der „Tzolkin“ diente den Maya um menschliche Erlebnisse besser zu verstehen und um irdische Entwicklungen mit dem Himmel in Einklang zu bringen. Dieser heilige Kalender erfasst die Vorbestimmung jedes einzelnen. Der „Tzolkin“ hat 260 Tage bestehend aus 13 Zahlen (Töne) kombiniert mit 20 Tagessymbolen. Jeder Tag hat somit eine besondere Bedeutung in Verbindung mit dem Tagessymbol und der Zahl. Dieser Kalender wurde zu Namensgebungen angewendet und für die Planung von Hochzeiten oder auch Kriegszügen gebraucht.
In Ergänzung zum „Tzolkin“ ist das „Haab“ (Sonnenkalender). Er besteht aus 365 Tagen, davon 18 Monate mit 20 Tagen, sowie 5 Tage, welche als besonders unglücklich gelten. Die beiden Kalender, das Haab und der Tzolkin, bilden wie zwei Zahnräder aneinander gelegt eine Kalenderrunde. Dies ist ein 52 Jahres- Zyklus, in welcher die gleiche Position von Zahl, Tag und Monat, nur einmal vorkommt.
Für Geschichtsaufzeichnungen und astronomische Berechnungen benötigten sie somit einen dritten Kalender, die „Lange Zählung“, damit auch grössere Zeiträume erfasst werden können. Es gilt, aufgrund verschiedenster Forschungsergebnisse, als erwiesen, dass der Beginn der „Langen Zählung“ auf den 11. oder 13. August 3114 v. Chr. fällt.
Die Kosmologie der Maya enthält fünf Zyklen von je 5125 Jahren länge, vier sind schon abgelaufen. Die Endzeit des fünften Zyklus, und damit auch „der Langen Zählung“, ist der 21.12.2012.

Die Maya, Teil 3: „Prophezeiungen“
Nur vier Schriftbücher (Codices) der Maya blieben uns bis heute erhalten. Sie werden ihren Aufenthaltsorten entsprechend Codex Dresden (Dresdensis), Codex Madrid (Tro-Cortesianus) und Codex Paris (Peresianus) genannt. Der Codex Grolier nimmt eine gewisse Sonderstellung ein, da er erst in den siebziger Jahren entdeckt wurde, und seine Echtheit bis heute nicht ganz zweifelsfrei bestätigt ist. Es handelt sich um religiöse Almanache (Jahrbücher) zu Wahrsagezwecken. Die Kalenderpriester konnten so Prophezeiungen durchführen oder günstige Termine für Zeremonien, Taufen, oder die Aussaat finden.
Eine weitere Quelle, das „Chilam Balam“, eine Sammlung von Maya-Mythen und Prophezeiungen, ist äußerst umstritten. Von diesen angeblich von einem „Propheten“ stammenden Offenbarungen existieren heute mehrere unterschiedliche Fassungen.

Der bereits erwähnte dritte Kalender der Maya, die „Lange Zählung“, wurde in „Katun“ eingeteilt. Ein „Katun“ umfasst ca. 20 Jahre (7200 Tage). Für jedes „Katun“ gab es eine Prophezeiung welche sich alle 260 Jahre wiederholt. Die Mayas übertrugen den „Katun- Zyklus“ auf ihre eigene Vergangenheit und erkannten ein immer wiederkehrendes Muster.
Die Prophezeiung z.b. des „Katun 13“ lautet: „Dies ist eine Zeit des totalen Zusammenbruchs, Gott wird urteilen. Epidemien, Seuchen und Hungersnöte werden herrschen, Regierungen geraten in falsche Hände und weise Männer und Propheten werden vergessen“. „Katun 13“ fand um 1520 statt als die Spanier in Mexiko, ins Land der Maya einfielen, und das Volk der Maya und deren Schriften fast vollständig zerstört wurden. 260 Jahre später, 1776 deckt sich „Katun 13“ mit der amerikanischen und französischen Revolution.
Viele Prophezeiungen müssen erst gedeutet werden, doch oft sind die Angaben so genau, dass verblüffende historische Offenbahrungen enthalten. Heute befinden wir uns im „Katun 4“ welches von 1993 bis 2012 dauert. Für diese Periode wird der Beginn eines neuen Zeitalters angekündigt. Vor 260 Jahren erreichte die kleine Eiszeit während „Katun 4“ ihren Höhepunkt. Zufall oder nicht? Mystik oder Realität?

Die Maya, Teil 4: „Endzeit oder Neubeginn 21.12.2012“
Was soll nun am 21.12.2012 genau geschehen. Tatsache ist, die Prophezeiungen der Mayas beruhen auf Beobachtungen und Berechnungen und nicht auf Fantasie. Die Maya Forscher beschreiben dies wie folgt: „Zur Wintersonnwende im Jahr 2012 wird die Sonne in Konjunktion mit dem Äquator der Milchstraße stehen. Zu diesem Zeitpunkt findet eine äußerst seltene astronomische Konstellation statt, die sich seit Tausenden von Jahren langsam abzeichnet. Zur Dämmerung der Wintersonnwende im Jahr 2012 wird sich die Sonne direkt in dieser dunklen Spalte befinden, und zwar so plaziert, dass die Milchstraße den Horizont an allen Punkten ringsum umfasst. Dadurch "sitzt" sozusagen die Milchstraße auf der Erde, berührt sie in allen Punkten ringsum - und öffnet ein kosmisches Himmelstor. Die galaktische und solare Ebene befinden sich in Konjunktion.“ Demgegenüber stehen Astronomen, welche sagen, dass diese Konstellation von Äquator und Milchstrasse bereits vorüber ist und im Moment sich Sonne und Erde sogar von der Milchstraßenebene weg bewegen.
Dass sich auch die Wissenschaft nicht immer einig ist, weiss man nicht erst seit der Klimadebatte und den Maya-Prophezeiungen. Doch zwei wichtige Fragen stellen sich: Wird das Ende des Maya-Kalenders (oder eines Zyklus) nur falsch interpretiert, und hat ein Zyklus überhaupt ein Ende und ein Anfang?
Verschiedenste Ereignisse sollen uns gemäss unterschiedlichster Quellen bevorstehen: Einige sehen einen bisher unbekannten Planeten, „Nibiru“ oder „Planet X“, heranrasen und auf die Erde prallen. Andere befürchten einen gigantischen Vulkanausbruch im Yellowstone Nationalpark, Riesen-Tsunami inklusive. Auch von einem plötzlichen Polsprung ist die Rede, von der Umkehrung der Erdrotation, von gefährlichen Sonnenstürmen. Auch Nostradamus, das chinesische Orakel I Ging und selbst die Bibel sollen Hinweise auf uns bevorstehende Katastrophen geben. Das uns gleich all diese Ereignisse gleichzeitig treffen ist doch eher unwahrscheinlich und wird von der Wissenschaft gar als unmöglich beschrieben.
Für viele ist die Frage nach der Katastrophe nebensächlich. Für die Optimisten ist die Stunde null nicht das Ende, sondern der Anfang einer neuen Zeit. Der Kulturhistoriker Michael Kempe von der Universität St. Gallen, Spezialist für Weltuntergänge sagte: „Das angekündigte Ende ist oft auch der Anfang von etwas Neuem.“ Genau diese Aussage widerspiegelt die Erkenntnisse der Maya- Kultur, immer wiederkehrender Zyklen. Die Prophezeiung von „Katun 2“, ein „Katun“ dauert 20 Jahre, welche nach 2012 beginnt heisst: „ Eine Hälfte hat Essen, die andere wird vom Unglück befallen. Eine Zeit, in der das Wort Gottes untergeht. Eine Zeit, sich zu einigen“.
Eines ist sicher, Katastrophenstimmung ist nicht angesagt. Die Erde und deren Lebewesen werden sich verändern wie sie sich auch in der Geschichte verändert haben. Die Evolution kann nicht gestoppt werden.
Auch der 21.12.2012 wird sie nicht stoppen, höchstens verändern.